Елена Вайцеховская о спорте и его звездах. Интервью, очерки и комментарии разных лет
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Translations - Deutsch - Ringen
DAS KARELIN PHENOMEN
Alexander Karelin
Photo© Alexander Vilf
Alexander Karelin

Vor ein paar Jahren sagte ein bekannter Amerikanischer Trainer uber den vierfachen Olympiasieger Alexander Popov: «Durch sein Erscheinen im Schwimmsport hat er samtliche Generationen von Sprintern getotet». Bei einem Gesprach zum selben Thema sagte ein nicht weniger bekannter Trainer im Ringen uber Karelin: «Er totete seine Kategorie, schnitt sie an der Wurzel ab, totete nicht nur die Sportler, sondern auch deren Trainer psychologisch. Seit drei Olympiaden beten sie nur noch um eines: Dass Karelin nach den nachsten Olympischen Spielen fur immer mit dem Ringen aufhort».

In der Sportakte von Karelin, wo alle Errungenschaften des Sportlers in den letzten 12 Jahren, auf genaueste Art und Weise geschildert sind, wird man am meisten von der Grafik der „gewonnenen Platze“ begeistert. Es ist nicht nur deshalb, dass da ausschliesslich die Zahl 1 aufzufinden ist. Von diesen ersten Platzen sind 11 EM und 9 WM Goldmedaillen. Drei Olympische und jede Menge von kleineren Turnieren mit einer standigen Auswahl von Gegnern, die im Laufe all dieser Jahre der Chance beraubt worden sind, einmal Meister zu werden.

DER ANFANG

Seine Karriere im griechisch – romischen Kampf, fing Karelin mit einer Niederlage an. Er verlor gegenuber dem, am Ende der 80er in der UdSSR beruhmten, Igor Rastrotzki, auf den er im Finale der russischen Meisterschaften 1987 traf. Der Debutant war 19 Jahre alt und er konnte seine Gefuhle nicht zuruckhalten – Er weinte aus Enttauschung. An noch fruhere Kampfe erinnert sich Karelin nicht gerne. Er traf namlich jedes mal auf ein sehr erniedrigendes Problem – wie um alles in der Welt, soll ein Mensch, der den Buchstaben „R“ nicht aussprechen kann, seinen Familiennamen so aussprechen, dass ihn die Richter beim abwiegen verstehen? Und wenn der Mensch noch dazu halbnackt und so riesig ist? Viele Jahre spater meinte Karelin mit seinem typischen Humor: «Das paradoxeste an meiner Karriere ist immer noch das, dass ich eine Sportart betreibe, deren Namen ich nicht aussprechen kann...».

Seine ersten Olympischen Spiele – 1988 in Seoul – hatte Alexander fast verloren. Das ware (egal wie lustig es ist, heute daruber zu sprechen) eine politische Katastrophe gewesen. Vor den Spielen investierte der Trainer der russischen Nationalmannschaft, Genadi Sapunov, jede Menge Uberredungskunst, um den Vorsitzenden des Sportkommitees, Marat Gramov, dazu zu bringen, Karelin beim Einmarschieren die Fahne tragen zu lassen. Nach langem Diskutieren, stellte Gramov die traditionelle Frage: «Garantieren sie mir, dass er siegt?»

«Ja», - erwiderte der Trainer ohne lang zu uberlegen. Der Kampf von Karelin begann allerdings damit, dass er den Griff vom Bulgaren Rangel Girovski zu spat bemerkte, und drei Punkte verlor. Er schaffte es nur sehr knapp, das verlorene, bis zum Ende vom Kampf einzuholen.

Aber daran erinnert sich im Ringen eigentlich keiner mehr.

SAPUNOV

- Als Karelin 1987 in die Nationalmannschaft kam, war sofort klar – er kam fur lange Zeit. Ich sagte noch damals seinen Gegnern: «Schaut wie er trainiert! Er wird euch alle so schnell ablosen, dass ihr das gar nicht verhindern werdet konnen». So kam es auch. Unter denen die in der schweren Kategorie kampfen, gibt es talentierte Sportler, mit guten Daten, aber keiner von denen ist so stur. Vor drei Jahren zahlte man Sergei Mureiko, der gleichzeitig mit Karelin in der Nationalmannschaft der UdSSR anfing, dann nach Moldau ging und jetzt fur Bulgarien startet, als starken Gegner. Manchmal lieferte er Karelin keinen schlechten Kampf, aber er war immer ein bisschen schlampig. Ihm fehlte das Streben nach dem Ziel. Der Amerikaner, Mat Ghaffari, gegen den Karelin bei den Spielen in Atlanta antrat war es genau umgekehrt – mit den Ambitionen war alles in Ordnung, nur fehlte es bei ihm an der Technik und an den naturlichen Eigenschaften. Vielen anderen Ringern – auch. Das ist es ja, worin sich Karelins Phanomen, ausser seiner Klugheit und seinem Talent befindet. Er ist physisch so weit ausgebildet, dass er allen Gegnern uberlegen ist. Das interessante ist ja – er bildete diese Uberlegenheit schon aus, bevor er in die Nationalmannschaft kam. Man denkt normalerweise, dass ein Schwergewichtler sehr lange Zeit – im Laufe der ganzen Karriere – braucht, um zu wachsen und seine Kraft aufzubauen. Man muss ihn langsam und vorsichtig trainieren. Karelin beweist genau das Gegenteil. Was sein Talent und seine Standhaftigkeit betrifft – erinnern sie sich daran, wie er sogar verletzt, mit gebrochenen Rippen bei der einen und mit einem abgerissenen Brustmuskel bei der anderen Weltmeisterschaft, fur die Gegner genauso unbesiegbar war, wie in bester Gesundheit. Es wundert mich nicht, dass alle Schwergewichtler der Welt moralisch tot sind. Keiner traut sich ihm den Kampf anzusagen und ihn dadurch psychisch abzunutzen. Ausserdem gibt es nicht viele Spezialisten, die Lust hatten, in der jetzigen Lage einen Menschen zu trainieren, der Karelin besiegen konnte. Wenn man in Trainersprache spricht, musste man sagen – man braucht passendes Material in den Handen. Wenn man logisch denkt, musste das ein Mensch sein, der nicht weniger begabt ist. Gemeiner, Zielsicherer. Solche werden nicht jeden Tag geboren. Deshalb kann man nur auf eines warten: Auf den Tag, wenn Karelin aufhort zu ringen.

KUSNETZOV

Heute scheint es unwahrscheinlich, aber Karelin hat bereits in Seoul angefangen, das Ende seiner Karriere mit seinem Trainer zu besprechen. «Wir haben aber beide ziemlich schnell beschlossen, dass es noch zu fruh ist, um den Sport zu verlassen und dass die Geschichte mehrere Beispiele kennt, dass Ringer zweifache Olympiasieger wurden, erinnert sich Viktor Michailovich Kusnetzov – Nach Barcelona gab es da schon viel mehr Zweifel. Obwohl Sascha sowohl in Seoul, als auch in Barcelona in so einer Form war, dass seine Kampfe nur an Trainingskampfe erinnerten. Sie endeten auch fur gewohnlich sehr schnell. Die Probleme fingen erst vor Atlanta an. Sascha hat geheiratet und naturlich viel mehr Sorgen gekriegt. Noch dazu traten kleinere Verletzungen auf, was noch schlimmer war. Hier eine Zerrung, da ein Muskelriss...

Ein Jahr vor den Spielen riess ihm der Muskel komplett ab. Wenn das nicht passiert ware, bin ich mir sicher, dass er bei den Spielen ganz anders ausgeschaut hatte. Aber das, dass wir doch noch zum Sieg kamen, ist nur Saschas Verdienst. Wenn ein Mensch so eine schwere Verletzung hat, kann nur er allein entscheiden, was zu tun ist. Als er zwei Jahre davor im ersten Kampf der Weltmeisterschaften eine Rippe brach, entschied er auch selbstandig. Wobei ich ihnen sagen muss, dass ich mir nicht einmal im Traum vorstellen konnte, dass es moglich ist, mit einer gebrochenen Rippe zu ringen. In Atlanta wusste ich nicht was uns erwartet. Bis zu den Spielen haben wir es geschafft den Arm soweit zu trainieren, dass Sascha ihn heben konnte. Wir mussten auf viele technische Griffe verzichten.

Ausserdem musste Karelin in manchen Kampfen statt 5 Minuten, 8 Minuten ringen, was er auch noch nie gemacht hat. Und jetzt... Naturlich will Karelin noch einmal gewinnen. Aber glauben sie uns, wir haben noch nie 4 Jahre vorgerechnet. Ich nahm Sascha auf, als er 13 war. Seit dem hore ich nicht auf, mich zu wundern, dass bei ihm alle Eigenschaften, die fur einen Ringer sind, zusammentreffen. Talentierte Menschen sind oft faul, weil sie sich bei allem leichter tun als der Rest. Karelin ist sehr Ausdauernd und Arbeitsliebend. Der Traum jedes Trainers. Egal welche Aufgaben ich stellte, ich war sicher, dass Sascha diese Aufgabe erfullt. Er hat sich noch nie bei einem Kampf geschont. Er zog den Kampf nie in die Lange, was so viele andere machen. Er kampfte immer aus voller Kraft, bis zur letzten Sekunde. Das andere ist halt, dass die ausgedachten Griffe nicht immer funktionieren. Aber genau das muss man ja immer anstreben».

Vor einem Jahr fragte ich Kusnetzov, als ich mit ihm aus Minsk kam, wo Karelin die nachste – zehnte – EM-Medaille gewonnen hat: «Denken sie eigentlich daruber nach, dass sie, je ofter sie auftreten, den Gegnern eine Chance geben, die Technik und Taktik von Karelin bis auf jede Kleinigkeit zu erlernen?»

«Erlernen – ist eines, und besiegen – ist ganz was anderes», – antwortete der Trainer.

ZUM VERLIEREN VERDAMMT

Vor nicht allzu langer Zeit, bei den Weltmeisterschaften in Athen, weigerte sich der Italiener Giuseppe Giunta, mit dem dreifachen Olympiasieger zu ringen. Davor trafen sich die Ringer erst einmal – bei der Europameisterschaft im April. Von Karelins Spezialgriff – dem verkehrten Ausheber, flog Giunta genau mit dem Kopf nach unten auf die Matte.

«Das ist ein schrecklicher Griff, - erzahlte mir in Athen ein Vertreter der Superschweren, ein fruher russischer, und jetzt israelischer Ringer – Jurij Jewseitschik. – Mich warf Karelin nur einmal, aber das war genug um zu verstehen: Mann muss alle Krafte einsetzen, aber man darf nicht zulassen, dass das ein zweites Mal passiert».

«Einem Schuler die Aufgabe zu geben, Karelin zu besiegen, kann nur ein Idiot – sagte Sapunov in Athen – im besten Fall kann man sich bemuhen, nicht ohne einen einzigen Punkt zu verlieren, Karelin nicht zu viele Punkte sammeln zu lassen und sich nicht umlegen zu lassen. Wenn man das ausgefuhrt hat, hat man mehr psychische Sicherheit, sogar wenn man im Endeffekt verliert. Wenn das gesetzte Ziel unrealistisch ist, kann das den Sportler fur immer brechen».

«Haben sie ihn schon einmal beruhrt? – wurde ich von einem Ringer der Halbschweren Kategorie, dem Weltmeister von 1996, Vladimir Popov gefragt, als ich mit ihm uber Karelin sprach. – Beruhren sie ihn. Spuren sie seinen Bizeps. Kein Ringer in der Welt hat so weiche Muskeln. Eine Zeit lang sind wir gemeinsam aufgetreten, haben zusammen trainiert. Einmal begann Sascha aus Spass mit mir zu kampfen. Es ist ein schreckliches Gefuhl – sogar wenn er nichts macht, wenn er einen nur mit seinem Korper bedeckt: Seine Muskeln wickeln einen ein, sie drangen einen in die Matte und lassen nicht einmal Luft hin. Genauso muss eine Wurgeschlange ihr Opfer erledigen. Das demoralisiert einen psychisch, man hat keine Widerstandskraft mehr. Man will nur noch, dass das so schnell wie moglich aufhort. Und wenn Karelin wirft... Sie verurteilen Giunta ungerechterweise. Obwohl es naturlich fur jeden Ringer eine Schande ist, nicht anzutreten».

Es klingt paradox, aber Karelin litt sehr mit, als er Giunta in Sofia warf. Er wollte dem jungen Italiener, der seinen langjahrigen Freund, Jean Luc Vassura in der Nationalmannschaft abgelost hatte, keine Schmerzen zufugen. Als er ihn warf, kam es ihm nicht in den Sinn, dass Giunta so verwirrt sein wird, dass er nicht richtig sturzen kann.

Nach den Spielen in Atlanta wurde die Sentimentalitat des Ringers («Er schont den Gegner manchmal») um einiges weniger. Jedenfalls kampfte Alexander bei der WM 97 und bei allen nachfolgenden Turnieren, sehr hart.

«Verstehen sie, - sagte er mir damals – in Atlanta fuhlte ich mich nicht sehr gut weil ich nicht aufs Ganze gehen konnte, und war auch sehr bose. Manche Ringer, die normalerweise mit der Bitte nicht zu hart zu kampfen zu mir kamen, nutzten bei den Spielen meinen Zustand nach der Verletzung eindeutig aus. Sie versuchten die ganze Zeit mich am verletzen Arm zu fassen zu bekommen, oder unauffallig ins Gesicht zu schlagen. Ich liess mich mit dem Hintergedanken behandeln, genauso auf die Matte zuruckzukommen, wie ich war, als mich alle furchteten».

Ich habe seit 1992 alle Kampfe von Karelin mitverfolgt und beschrieben und habe eines dabei bemerkt: der Ringer hat noch nie in seinem Leben in einem Interview gesagt: «Ich bin starker» Wenn sich einer der Gegner so etwas erlaubt hat, kam meistens kein Kommentar von Seiten Karelins. Aber auf der Matte erwartete denjenigen blutige Rache. Das passierte vor 5 Jahren dem Olympiasieger von 1992 in der 100kg Kategorie, dem Cubaner Hector Millian, der nur mit einem Ziel zur Weltmeisterschaft nach Prag kam – er wollte Karelin besiegen. Der Kampf war schrecklich und nach dem «verkehrten Ausheber» wurde Millian bewusstlos von der Matte getragen. Mureiko war in Prag auch in guter Form. Alexander traf im Finale auf ihn und wusste scheinbar schon, dass der Gegner den Journalisten schon gesagt hatte, dass er um die Goldmedaille kampfen will. Im Endeffekt ging der Kampf mit dem Puntktestand 6:0 aus, wobei der Ringer bei dem verzweifelten Versuch von Mureiko einen Griff auszuuben (er hob Karelin an und hielt ihn relativ lang in der Luft) demonstrativ lachelte und freundlich mit seiner Hand direkt in eine Videokamera, die neben dem Podium stand, winkte.

Bei der Europameisterschaft in Minsk 1998, kampfte Karelin mit Gerorgij Soldadze, aber nur solange, bis aus der Gruppe der Ukrainischen Trainer ein «Red Passiv!» kam, aus dem zu schliessen war, dass man annahm, dass Karelin den Gegner schont, und vom Schiedsrichter bestraft werden sollte. Alles weitere entwickelte sich wie im Zeitraffer. Karelin machte seinen beruchtigten Griff, drehte den Kopf in Richtung der Zuschauer und begann sich mit dem 130kg schweren Soldadze von den Knien auf die Beine zu erheben. Die Halle schaute gebannt diesem Versuch zu. In ein paar Sekunden schlug der Gegner hart auf der Matte auf.

«Als ich mit dem Ringen begann, glaubte ich daran, dass ich fruher oder spater Erster sein werde, - sagte mir Mureiko einmal. Und in Athen gab er es zu: - jedes Mal wenn ich mit Karelin kampfen muss, weiss ich schon im Vorhinein, dass ich verloren habe. Bei allen unseren Kampfen, hat er mir noch keine einzige Chance gegeben».

GEGNER UND OPFER

«Wissen sie, ich habe zu Hause ein Denkmal an mich selber – sagte mir Karelin vor kurzem lachend. – ein Geschenk von Vassura. Nachdem er mit dem Ringen aufgehort hat, wurde er Bildhauer und schickte mir eines Tages ein Packchen. Da war eine lustige Komposition drinnen: ich in einer bedrohenden Position (mich habe ich an den Ohren erkannt) und vor mir – ein Opfer».

Als ich den Ringer fragte, ob der dreifache Olympiasieger seine Gegner immer so abschatzig beurteilt, war Karelin etwas verlegen:

- Nein, naturlich nicht. Vassura hat meinen Gegner einfach nur so klein gemacht, dass sofort klar war – das ist ein Opfer. Und in Wirklichkeit glaube ich, dass wenn zwei Sportler auf die Matte treten, und beide nach den gleichen Regeln ringen, dass dann beide die gleichen Siegeschancen haben. Zum Ringen, und vor allem in die schwere Kategorie, kommen ja die Menschen nicht aus dem Krankenhaus...

Es war wahrscheinlich nur einer der vielen Gegner, der in Karelins Seele einen besonderen Platz einnahm. Tomas Johansson.

Der Schwede wurde zum ersten Mal 1986 Weltmeister, als Karelin 19 Jahre alt wurde und er nur bei Jugendmeisterschaften antrat. Von 1988 bis 1955 trafen sich die Gegner elf Mal: funfmal bei Weltmeisterschaften, viermal bei Europameisterschaften und zweimal bei den Olympischen Spielen. Schon das erste Treffen ging fur Tomas schlecht aus: bei den Europameisterschaften 1988 in Kolbotn brachte Karelin den Punktestand innerhalb von 3 Minuten auf 16:0. Um den Gegner in Barcelona zu besiegen, brauchte Karelin nur 1.33. Der Kampf endete mit einem schrecklichen «Verkehrten Ausheber». Noch kurzer – 1.26 – dauerte der Kampf der beiden Giganten bei der EM 95 in Besanscon. Da war Johansson aber schon beim Abbauen.

Der Schwede war eigentlich der einzige, der keine Angst vor einem harten Kampf hatte. Er griff immer wieder an, und versuchte auch im Kampf Revanche fur die vergangenen Niederlagen zu nehmen. Karelin seinerseits, versuchte nie den Druck zu mildern – er wusste, dass der Gegner dadurch in den Augen der Anderen an Niveau verlieren wurde.

Ich glaube ich werde dieses Bild nie vergessen: EM im finnischen Kouvola, wo Alexander wegen einer Armverletzung nicht startete, eine unendliche Menge von Fans, die auf der Strasse auf ihn zuliefen um Autogramme zu bekommen und in der Nahe ein grosser Mann mit einem Kind an der Hand. Als der Mann Karelins Blick fing, winkte er ihm freundlich zu und entfernte sich in Richtung des Stadions. Als die Fans wieder weg waren, schloss Karelin fur einen Augenblick die Augen und sagte mit Schmerz in der Stimme: «Mein Gott, sie hatten nicht von MIR ein Autogramm geben lassen sollen... wissen sie, wer das eben war? Tomas Johansson».

GEHEN ODER BLEIBEN

«Er kann noch die vierten und funften Spiele gewinnen, - sagte Sapunov uber Karelin. – Wenn er bleiben will, hat er genug Gesundheit und Nerven. Naturlich wird sich sein Korper langsam abnutzen, wenn er weitermacht. Ich weiss nicht ob das notig ist. Erinnern sie sich an Nikolai Balaboschin. Er war ein grosser Ringer. Aber zweimal – bei der WM 1975 und bei den Spielen in Moskau – konnte er nicht gewinnen, weil die Bander und die Muskeln nicht mitmachten. Einmal riss ihm der Beckenmuskel ab und einmal riss ihm in einer absolut ungefahrlichen Lage die Achillessehne. Das ist das, was im Sport enttauschend ist. Besser man hort auf, solange es noch moglich ist. Schliesslich wird keiner so schnell den Rekord, nach der Anzahl der gewonnenen Meisterschaften so schnell brechen. Das ist unmoglich. Vielleicht sogar innerhalb der nachsten Jahrhunderte».

Wird Karelin nach Sydney den Sport verlassen? Ich glaube die Antwort auf diese Frage weiss nicht einmal der Sportler selber. Bleiben – ist immer ein Risiko. Die Gefahr die nachsten Spiele nicht mehr zu erleben ist immer gross. Die Siege vergiften die Seele eines Sportlers aber viel mehr, als jede Droge. Es gibt nur wenige, die freiwillig darauf verzichten.

Eines ist jedoch sicher: Egal welche Entscheidung der Sportler nach den Spielen treffen wird, es wird die schwerste Entscheidung seines Lebens sein.

 

 

 

© Елена Вайцеховская, 2003
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